In den letzten Tagen hat der Schweizer Künstler Zimoun seine neue Soundskulptur veröffentlicht: 121 präparierte Motoren und Pappelemente im Format 8x8cm bilden das fasziniernde Kunstwerk:
121 prepared dc-motors, cardboard elements 8x8cm - (c) Zimoun 2011
Neues Stylophone und das Buch "Toy Instruments" von Eric Schneider
Endlich kam die tolle Buchentdeckung mit der Post: In dem englischen Buch “Toy Instruments” werden ganz viele Spielzeuginstrumente aus der Sammlung von Eric Schneider vorgestellt.
Auf dem Titelbild ist ein Stylophone zu sehen. Das Mini-Keyboard der Firma Dubreg wurde 1967 von Brian Jarvis erfunden und in den siebziger Jahren erfolgreich vermarktet. So nutzten Bands wie Kraftwerk, Orbital oder Pulp das Gerät in einigen Ihrer Songs.
Blick ins Buch "Toy Instruments" von Eric Schneider
Auf fast 200 Seiten werden die unterschiedlichsten Spielzeuge und Instrumente vorgestellt. Und wer glaubt er habe schon alles gesehen, wird hier sicher noch Neues für die eigene Band entdecken.
Sehr unterhaltsam und voller Informationen ist auch die Webseite von Eric, auf der viele Instrumente vorgestellt und zum Teil sogar mit Klangbeispielen versehen sind.
Zwei ganz besondere Künstler sind in diesem Jahr im Rahmen der “Ausstellungen und Performances” auf den Stelzenfestspielen zu erleben:
Peter Till – Universal-Druckluft-Orchester
Der gelernter Werkzeugmacher aus Dresden erhielt vom MDR den “Einfach genial” Erfinderpreis für sein Universal Druckluft Orchester. Er ist mit seiner Musik auf Rädern zu Gast bei den Stelzenfestspielen bei Reuth im Vogtland.
Der Künstler Martin Riches aus Berlin/London präsentiert seine Talking Machine, die mechanisch-akustisch sprechen kann. Seit 1972 arbeitet der Künstler mit Musikmaschinen, Klanginstallationen und interaktiven Installationen.
Im Video ist seine Installation “Thinking Machine” zu sehen:
Eine wunderbare Klangentdeckung: Das Musizieren mit Handglocken ist in Amerika, England und Japan verbreitet. Dort haben viele Gemeinden und Schulen einen Handglockenchor. Der Klang dieser speziellen Glocken ist besonders rein und sphärisch-schwebend und darf nicht mit den verbreiteten Tisch- oder Kuhglocken verwechselt werden. Auch die einfachen Handglocken sind noch meilenweit vom Klang entfernt.
Die Ursprünge der Handglockenmusik liegen im England des 16. und 17. Jahrhunderts. Von dort wanderten Sie nach nach Amerika und wurden erst in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts in England wiederentdeckt.
Die Glocken sind in den Regel aus Bronze. Bei den englischen Handglocken bewegt sich der Klöppel nur in einer Bewegungsachse, so lässt sich der Klang wohl nochmal auf eine andere Art kontrollieren.
Steven Lundy zeigt mit einer Multitrackaufnahme was man mit den Handglocken so machen kann:
Nicht mehr ganz taufrisch, aber trotzdem eine coole Aktion: Bei der Suche nach Holztreppen bin ich in einem Blog über die Guerilla-Kunst im Baumarkt gestolpert.
Die beiden Künstler Lejolivet (35 Jahre) und Paul Souviron (29 Jahre) setzen unter dem Pseudonym “Encastrable” temporäre Objekte und Skulpturen illegal in Baumärkten um.
Was fast auch ein genialer PR Gag sein könnte ist eine illegal umgesetzte Kunstaktion mit ganz schön vielen Besuchern:
Gerade mal 24 Stunden vorher über Twitter und Facebook angekündigt sehen sich die extra angereisten Gäste und nichtsahnende Heimerker mit den Kunstwerken konfrontiert. Mit allem was an Material vor Ort zu finden ist, werden die Kunstwerke und Installationen dann – ähnlich wie bei der Landart – umgesetzt.
Bei der ganzen Berichterstattung fragt man sich dann doch schon fast wieder: “Guerilla-Kunst oder Guerilla-Marketing?“.
Und wenn schon, eine klasse Aktion war das ganze allemal!