Synchronsprecher im Gespräch: Wer steckt dahinter und was verdient man als Synchronspecher eigentlich?

22. Juli 2011

In keine Land werden mehr Filme synchronisiert als in Deutschland. David Nathan, die Stimme u.a. von Johnny Depp, war im Gespräch mit Deutschlandradio Kultur. Eine, um eine Recherche ergänzte, Zusammenfassung des Interviews:

Ca. 400 Synchronsprecher arbeiten in Deutschland. Sie arbeiten freiberuflich und sprechen in der Regel auch mehrere Schauspieler. Die Sprecher sind meist ausgebildete Schauspieler, manchmal auch Dolmetscher oder Naturtalente. Wobei die beiden letzen Fälle eher selten sind.

Das Können der Sprecher ist umfangreich: Angefangen von theoretischen Grundlagen über Sprachtheorie und Film, über Rythmik und Stimmlehre, sowie Gesang bis hin zu den Besonderheiten des journalistischen Sprechens oder Spezialgebieten.

Zur Berechnung des Honorar wird ein Film wird in „Takes“ unterteilt, d.h. am Stück gesprochene Szenen wie z.B. „Guten Tag, ich bin der Gasmann und die Zähler ablesen“. Ein durchschnittlicher 2 Std. Kinofilm hat z.B. um die 1500 Takes.

Davon fallen auf die Hauptrolle zwischen 400 und 800 „Takes“. Der Synchronsprecher verdient zwischen 2,50 und 5 EUR pro Take. Ein Film wie Fluch der Karibik kann so bis zu 3000 EUR bringen.

Alle Rechte werden am Anfang an den Verleih abgetreten, d.h. der Sprecher verdient an späteren Fassungen, z.B. als Hörbuch leider nichts mehr.

Nur von großen Kinofilmen lässt sich allerdings nicht leben, erzhält David Nathan.

Und so werden dann auch Fernsehserien, Hörspiele und Werbung gesprochen, denn nur Wenige leben ausschliesslich vom Synchronsprechen.

Quellen

das Interview bei Youtube
FAZ im Gespräch: Synchronsprecher Axel Malzacher
aswers.yahoo
Portal für Audio und Sprecher

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