Fünf Haiku Texte aus einem Workshop mit Ingo Cesaro auf Burg Lauenstein 2007. Da ich heute die Texte beim Räumen wieder gefunden habe und Sie irgendwie zu schade für die Schublade sind, kommen Sie jetzt einfach hierher. Leider ganz ohne Blei und Papier.
Das Haiku im Silbenrhythmus 5 – 7 – 5 ist ein Gedicht in einer traditionellen japanischen Gedichtform. Es gilt als “die kürzeste Gedichtform der Welt“.
Wichtig sind neben den 3 Zeilen und dem Rhthmus der Silben noch die Konkretheit und der Bezug auf die Gegenwart bzw. der Naturbezug der entstehenden Bilder. Was ich erst nach dem Workshop richtig verstanden haben und was mir den Bezug zu den Texten geöffnet hat, ist die nicht abgeschlossene, offene Textform. Das Bild entsteht erst beim Leser im Kopf und ergibt so das “Ganze”.
Die letzte Zeile kann auch selbst, mit eigenem Text, ergänzt werden.
So entsteht ein immer neues Bild im Kopf des jeweiligen Lesers. Ihr könnt es ja mal ausprobieren.

Typografisches Haiku im Bleisatz gedruckt - Foto & Text: (c) Tobias Ott

Haiku im Bleisatz - Foto & Text: (c) Tobias Ott

krächzt - lauscht - verrät ... Foto + Text: (c) Tobias Ott

Und noch ein typografisches Haiku - Foto + Text: (c) Tobias Ott

Haiku mit dünner verletzlicher Schrift - Foto + Text: (c) Tobias Ott
Bei dem Workshop haben wir weitere, eigene Texte in Blei gesetzt und von Hand auf einer Nudel (=Andruckpresse) gedruckt.
Dabei ist am Ende ein handgedrucktes und gebundenes Buchkunstwerk mit dem Titel “Ein neues Märchen” mit dreizeiligen Kurzgedichten und Holzschnitten der Teilnehmer entstanden. Das Buch hat einen tollen handgeschöpftem Umschlag und 48 Seiten.

Ein neues Märchen - mit Haiku Gedichten und Holzschnitten
Webseiten
Haiku bei Wikipedia
Ingo Cesaro – der Dozent des Workshops